Dienstag, 16. September 2014

Ich glaub mich knutscht ein Taxifahrer... oder wie Gerüchte entstehen

Und dann war da noch die Fahrt zu Physio...

Normalerweise fahre ich ja mit dem Taxi dorthin - öhm... nicht ich das Taxi, sondern das Taxi samt Fahrer mich, schon klar, oder?? *grins*
Bei der Physio angekommen immer das gleiche Prozedere: Der Fahrer steigt aus, holt den Wheely aus dem Kofferraum und hilft mir aus dem Taxi in den Wheely. Dann sind die jeweiligen Herren ja immer noch so freundlich und bringen mich in die Praxis hinein - eben echte Gentlemen!!!

Meistens wartet dort schon der nächste Fahrgast, eine ältere Dame, die dann mit dem Taxi nach Hause gebracht wird.
Die alte Dame hat es wirklich in sich, denn diese Frau X jenseits der geschätzten 65 Jahre hat es immer seeeeeeeeeeeeeeehr eilig (mir wurde gesagt, dass es ein "Tick" von ihr wäre, da sie dieses Theater schon über Jahre vollführe).

Sie duldet keine Verspätung IHRES Taxis und sollte doch der Fall einer Verspätung eintreten, steht sie schon am Fahrzeug, bevor es überhaupt zum Halten gekommen ist.
Dann reißt sie die Beifahrertür auf und tippelt nervös mit lautem, genervtem Schnaufen von dem einen auf den anderen Fuß und erwartet von MIR ein sofortiges Aussteigen, was, wie wir ja  alle wissen, nicht ohne Wheely und beschriebener Hilfe geht.

Je länger es dauert bis ich endlich aus dem Auto bin, desto genervter wird sie.
Das hat wiederum zur Folge, dass mich das so nervös macht, dass ich verkrampfe und dann geht erstmal gar nix mehr, was Frau X aber wohl eher als Provokation meinerseits ansieht und schon mal versucht hat, sowohl den doch recht kräftig gebauten Taxifahrer, als auch mich aus dem Weg zu schieben, damit sie endlich ins Taxi klettern konnte....

Ich muss ja nicht großartig erwähnen, dass das bei mir zu weiteren Verkrampfungen und zu einem "Wortgefecht" zwischem dem Taxifahrer und der alten Dame geführt hat.
Naja, lange Rede kurzer Sinn, seitdem wartet Frau X ganz brav drinnen, bis der Fahrer mit mir hereinkommt und sie mitnimmt.

Dann kam der Tag, an dem Frau X auf Herrn Frosch traf...
Herr Frosch hatte Urlaub, fuhr mich zur Physio und schob mich in die sehr voll besetzte Praxis, fragte (wie die Taxifahrer sonst auch immer) "Halbe Stunde?". Ich bejahte.
Frau X sah das wohl als Stichwort an und ging auf meinen Mann zu, sah ihn erwartungsvoll an und wartete anscheinend darauf, von ihm zum vermeintlichen Taxi gebracht zu werden.

Herr Frosch, der die Dame ja nun nicht kannte, schaute sie nur kurz an, beugte sich zu mir herunter und gab mir einen liebevollen Abschiedskuss....  - natürlich auf den Mund.
Das Gesicht von Frau X hättet ihr sehen müssen... leider hat man ja nie in den wirklich wichtigen Momenten eine Kamera zur Hand!
Frau X war von der sich vor ihr abspielenden Szene so entgeistert, dass sie ausrief (eigentlich war es eher ein ziemlich schriller Aufschrei): "Sie werden vom Taxifahrer geküsst?! - ICH wurde noch nie geküsst."

Tja, und so gehe ich in die Geschichte ein, als die Taxifahrer-knutschende-Wheely-Frau, die ständig das Taxi absichtlich lange blockiert, das sowieso immer zu spät kommt....
Tztztz... Sachen gibts!

PS: Und jetzt mal raus mit der Sprache: Welche eurer Aktionen haben es auch schon in die Gerüchteküche geschafft???


Text von v-vabelhaft.blogspot.com

Kommentare:

  1. Hallo Frau Vabelhaft,
    ja, ja so entstehen Gerüchte. Mein Mann war vor zwei Wochen
    mit unseren Jungs für ein paar Tage in Tirol mit Oma und Opa.
    Und ich davor mit Freundinnen auf Wellness. Und schon hieß es
    im Dorf. "Also bei denen stimmt ja auch was nicht, erst fährt sie
    alleine weg und dann er mit den Kindern!" Dabei hatte ich einfach
    total viel zu tun vor der Ausstellung und konnte so ein paar Tage
    wurschteln und so hatten wir danach noch mehr Zeit zusammen.
    So ist das :-)))
    Lg Christiane

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  2. Eine tolle Geschichte,
    bei mir war es damals so,
    unsere Nachbarin hatte solche Glasbausteinfenster zu unserem Hof, eigentlich durfte sie die nicht öffnen, aber immer wenn jemand kam, stand sie da.
    So passierte es, dass sie gesehen hatte, dass ich einen anderen Nachbarn an der HAustüre empfangen hab, ihm seine geänderte Hose gab und er mir für das Ändern eine Kleinigkeit für die Kinder gab.
    Im Dorf erzählte sie dann, dass ich was mit dem Nachbarn hätte und sogar noch was dafür genommen hab.
    Als Neu zugezogene hatten wir damit schon zu kämpfen.
    So und nun schicke ich dir liebe Grüße
    Nähoma

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  3. Eine niedliche Geschichte! Das Gesicht der Dame hätte ich gerne gesehen, grins!
    Gerüchte können so schnell entstehen. Aber wie singen die Ärzte es so treffend? "Lasse reden!"
    Ein Lied, was es so richtig trifft, vorallem wenn man auf dem Dorf wohnt.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  4. Ich musste gerade sehr lachen, Frau Vabelhaft!!
    Ja, so entstehen Gerüchte, aber dieses Gerücht ist mindestens total schmeichelnd für Dich. ;-)
    Ich habe vor vielen Jahren auf dem Dorf gewohnt. Keine Ahnung, was die Nachbarn sich erzählt haben über mich. Naja, wenn sie dabei glücklich waren, gell? ;-)
    In der Stadt ist es da schon einfacher, aber das hat natürlich auch Nachteile, weil viele nicht mal mehr den eigenen Nachbarn kennen (kommt bei uns aber zum Glück nicht vor!!)
    Liebe Grüße an Dich!
    ANi

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  5. Liebe Frau Vabelhaft,
    da weiß ich gar nicht, wo ich anfangen soll - ich wohne in einem Dorf - da gehören Gerüchte zur Tagesordnung - sogar ohne dass man etwas dafür oder dagegen tut. Hatte bisher (glaube ich) Glück - und es wurden keine verrückten Geschichten über mich erzählt...aber man weiß es nicht......
    Vielleicht liegt es daran, dass ich selber da kaum mitrede, oder für spektakuläre Gerüchte nicht interessant genug bin. Keine Ahnung.
    Viel Spaß bei der nächsten Taxi-Fahrt,
    Liebe Grüße, Anke

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  6. *ROFL* Ich musste soooo lachen. :D Wie kann Herr Frosch auch Frau X nicht küssen!!! Also wirklich!!! Die würd eich ja gerne mal kennen lernen.
    Meine Beziehung (und jetzt ja auch Ehe) hat eigentlich laut Gerüchten schon ein paar Tage vorher begonnen. Alle wussten es, nur wir nicht. *gg* Wir waren auf einer Freizeit vom Jugendarbeitskreis der Kriegsgräberführsorge in England und parallel sind immer noch drei andere Camps in Frankreich und Lettland. Und dort (in Lettland!!!!) wusste man schon vor uns, dass wir zusammen wären. Toll wie weit der Buschfunk gehen kann, oder? Naja, ich wusste es den Abend vorher noch nicht - "Mehr als gute Freundschaft wird das nicht!" habe ich gesagt. Da sieht man, was man davon hat - über 15 Jahre Beziehung und nun auch eine Ehe. Und wie Schneckenhaus schon so schön sagten: "Lasse reden!"
    LG, Rike

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Danke, dass du dir Zeit für einen Besuch bei mir genommen hast.