Mittwoch, 11. November 2015

Sankt Martin


Ich wünsche euch allen einen schönen Sankt Martinstag.

Auch wenn es gerade in den Medien und in der Bevölkerung mit der Diskussion hoch her geht, ob das Sankt Martinsfest so heißen darf oder doch lieber in Lichterfest umbenannt werden soll, feiere ich diesen Tag, als das was er ist und was er mir persönlich bedeutet.

Dieser wichtige Teil einer geschichtlichen Begebenheit gehört meines Erachtens nicht nur zum Allgemeinwissen, sondern er erzählt davon, wie wichtig Mitgefühl, Fürsorge und Nächstenliebe unter allen Menschen ist.

Gerade in der heutigen Gesellschaft stößt man allzu oft auf Egomanen, die geprägt sind von Ignoranz, Gleichgültigkeit und Desinteresse.
Die Überlieferung von Sankt Martin (Martin von Tours) ermahnt gerade dazu, sich nicht der Gleichgültigkeit hinzugeben, sondern hinzuschauen und zu handeln.


Ganz davon abgesehen, verstehe ich auch die ganze Aufregung nicht, warum ein traditionelles Fest plötzlich einen anderen Namen bekommen soll. Es steht doch jedem frei, sich daran zu beteiligen oder es sein zu lassen.

Kinder anderer Religionszugehörigkeit, anderen Glaubens und von Atheisten haben doch genau so viel Spaß daran, mit bunten Laternen in der Dämmerung herumzulaufen, wie alle anderen Kinder auch, ganz gleich, wie man es nun nennt. Es ist und bleibt für die Kinder ein besonderer Abend.

Darum frage ich mich, warum Erwachsene nur so sehr bemüht sind, Kindern, die von Natur aus offen und wissbegierig sind, eigene Erfahrungen zu nehmen?
Vor allem, wenn es dabei um so eine prägende ethische Geschichte geht.

Selbst der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime, Aiman A. Mazyek, hat sich sehr positiv über das Sankt Martinsfest geäußert, befürwortet es sogar und fühlt sich keineswegs diskriminiert.
In eher protestantischen Gebieten heißt es von jeher Laternenfest, weil Evangelen in dem Sinne keine Heiligen verehren, ganz im Gegensatz zu der Heiligenverehrung in der katholischen Kirche. Obwohl Sankt Martin auch bei den Protestanten einen gewissen Stellenwert einnimmt und es somit nie groß diskutiert oder angefochten wurde.
Sankt Martin ist eben für alle da... :)))

Zum Schluss möchte ich noch sagen, dass diejenigen, die mit solcher Vehemenz fordern, dass wir uns hier von unseren Traditionen verabschieden sollten, weil sie vielleicht selber nichts mit Kirche und Glauben zu tun haben und der Meinung sind, dass ihr Tun zur Völkerverständigung in unserem Land beitrage, gerade die auf den Plan rufen, die diese Argumentation dazu nutzen, um daraus aus anderen Gründen Kapital zu schlagen (u.a. die momentanen politischen Diskussionen).
Außerdem möchte ich weiterhin die christlichen Bräuche feiern dürfen, ohne Einschränkungen bzw. Namensänderungen und möchte auch nicht, dass ein schöner Brauch, der Geschichte, Bildung und Nächstenliebe vermittelt, den Kinder genommen wird.

Wie gesagt, ich werde den heutigen Tag feiern, als das, wofür er steht: Nächstenliebe!


Und zum Abschluss singen wir jetzt alle gemeinsam.... ;)))

Sankt Martin, Sankt Martin, Sankt Martin
ritt durch Schnee und Wind,
sein Roß das trug ihn fort geschwind.
Sankt Martin ritt mit leichtem Mut:
sein Mantel deckt' ihn warm und gut.

Im Schnee da saß ein armer Mann,
hatt' Kleider nicht, hatt' Lumpen an.
O helft mir doch in meiner Not,
sonst ist der bittre Frost mein Tod!

Sankt Martin zog die Zügel an,
sein Roß stand still beim armen Mann,
Sankt Martin mit dem Schwerte teilt'
den warmen Mantel unverweilt.

Sankt Martin gab den halben still,
der Bettler rasch ihm danken will.
Sankt Martin aber ritt in Eil'
hinweg mit seinem Mantelteil.
 (Vom Niederrhein, seit Ende des 19. Jahrhunderts)


Die Überlieferung 

Ab 334 war Martin als Soldat der Reiterei der Kaiserlichen Garde in Amiens stationiert. Die Gardisten trugen über dem Panzer die Chlamys, einen weißen Überwurf aus zwei Teilen, der im oberen Bereich mit Schaffell gefüttert war. In nahezu allen künstlerischen Darstellungen wird er allerdings mit einem roten Offiziersmantel (lat.: Paludamentum) abgebildet. An einem Tag im Winter begegnete Martin am Stadttor von Amiens einem armen, unbekleideten Mann. Außer seinen Waffen und seinem Militärmantel trug Martin nichts bei sich. In einer barmherzigen Tat teilte er seinen Mantel mit dem Schwert und gab eine Hälfte dem Armen. In der folgenden Nacht sei ihm dann im Traum Christus erschienen, bekleidet mit dem halben Mantel, den Martin dem Bettler gegeben hatte. Im Sinne von Mt 25,35–40 EU – „Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet … Was ihr getan habt einem von diesen meinen geringsten Brüdern, das habt ihr mir getan.“ – erweist sich Martin hier als Jünger Jesu.
Bald entstanden etliche Legenden mit Erzählungen von Wundern Martins. So wurden ihm beispielsweise Totenerweckungen zugeschrieben. Eine weitere Überlieferung besagt, dass Martin im Jahr 371 in der Stadt Tours von den Einwohnern zum Bischof ernannt werden sollte. Martin, der sich des Amtes unwürdig empfand, habe sich in einem Gänsestall versteckt. Die aufgeregt schnatternden Gänse verrieten aber seine Anwesenheit, und er musste das Bischofsamt annehmen. Davon leite sich der Brauch der „Martinsgans" ab. (Quelle: Wikipedia)


Text copyright by v-vabelhaft.blogspot.de
Überlieferung = Quelle: Wikipedia

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele, liebe Frau V.!! Schon seit einigen Jahren wird unser schöner Sankt-Martin-Tag von den Politikern angefochten. Ich erinnere mich noch genau an die Worte von Herrn Sagel vor zwei Jahren.. Kopf-schüttel!! Dir und Deinen Lieben einen feinen Sankt-Martin-Tag! Rabimmel, Rabammel, Rabumm, Nicole

    http://fraufrieda.blogspot.de/2013/11/sankt-martins-letzter-ritt.html

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  2. Guten Morgen meine Liebe,
    Du hast so recht und grundsätzlich möchte ich mal anmerken, dass Nächstenliebe und das Willkommenheißen von beispielsweise Flüchtlingen nichts damit zu tun hat, dass man weiterhin eigene Werte und Kultur und Bräuche leben kann. Wir können uns doch nicht verleugnen, nur weil wir damit evtl. bei jemandem anecken. Aber ehrlich, das fängt doch auch schon damit an, dass man nicht mehr Fußgänger und Fußgängerinnen sagt, sondern zu Fuß gehende, um ja niemanden zu diskriminieren!
    Ganz ehrlich, man kann es meiner Meinung nach auch echt übertreiben. Ich hör mal lieber auf, sonst steiger ich mich da noch mehr rein....
    Ich (aus der Kirche ausgetreten) geh heute mit der Patenschnecke (evangelisch) in den katholischen Kindergarten und werde zusammen im mulitikulti Stadtteil Nordstadt zusammen mit Türken, Griechen, Spaniern, Chinesen usw. das Martinsspiel der Kids ansehen und anschließend mit der Laterne loswackeln und ALLE werden Spaß haben!
    Hab einen schönen Tag!
    Vanessa

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  3. Wie recht du hast!!! Wir verlangen doch auch nicht, dass andere Religionen ihre Feste mit "allgemeinen/neutralen" Namen versehen. Würden wir das machen, würden aber alle sofort wieder von Diskriminierung etc. sprechen. Traditionen sind doch gerade dazu da, uns an etwas zu erinnern und vielleicht dadurch auch den einen oder anderen aufzurütteln. Aber nun ja,... es gibt Leute, die nun mal unbedingt was zu Meckern brauchen. Leider wird es die immer geben, was ja nicht heißt, dass man sich nach denen richten muss.
    Bei uns daheim im Dorf (absolut evangelisch und nur wir paar wenige Hanseln katholisch) wird Mattenherrn (wie es auf Plattdeutsch heißt) immer schon am 10.11. gefeiert, denn das ist der Geburtstag von Martin Luther. Bei uns heißt es auch Martinssingen und die Gruppen, die von der Kirche aus organisiert losziehen, gehen ohne Laterne und sammeln nebenbei für einen guten Zweck, um den Sinn hinter dem ganzen nicht ganz zu vergessen. Wir singen neben deinem Lied auch immer noch eine Norddeutsche Variante:

    Matten Matten Herrn,
    de Äppel un de Beern
    lasst uns nicht so lange steen
    up den kalten Steinen
    denn wir woll'n noch weitergehen
    nach Bremen, nach Bremen
    Bremen is' 'ne gote Stadt
    da kriegen alle Kinder wat!

    LG und viel Spaß beim Singen!
    Rike

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  4. Sowas kann ich auch nicht verstehen, warum man die ganzen schönen alten Bräuche umbenennen muss.
    Der Sankt Martinstag ist so ein schöner Tag für die Kinder. Ich fand es sooo schön, als unsere Tochter noch mit ihrer Laterne losmarschiert ist. Hier in unserem Ort gibt es jedes Jahr einen richtig großen Laternenumzug mit Blasmusik und Reiter.
    Es ist ganz wichtig, dass wir unsere Traditionen erhalten.
    Liebe Grüße,
    Nicole

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  5. Ich bin ganz bei dir!
    Die Umbenennungen sind einfach nur lächerlich und haben nichts mit Toleranz zu tun.
    Lustigerweise finden die Menschen Rituale und Bräuche in anderen Ländern/Kulturen meist ganz bezaubernd...
    Liebe Grüße
    Jutta

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  6. Ich bin ganz deiner Meinung. Und du hast völlig Recht, zu viel "Toleranz" oder wie immer man das auch nennen will, ruft Leute mit radikalen Ansichten auf den Plan, die wir nicht wirklich nochmal haben wollen...
    Ein Desaster ist das alles und ich mache mir große Sogen, wo das noch enden soll. So oder so.
    Danke für dein Statement!

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

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  7. Liebe Frau Vabelhaft,
    ich bin auch Deiner Meinung und verstehe das nicht.
    Ich finde es ganz wichtig, dass wir Traditionen behalten - schon wegen unserer Kinder wegen.
    Liebe Grüße schicke ich zu Dir.
    ANi

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  8. Ich habe, ehrlich gesagt, überhaupt nichts von der Diskussion mitbekommen. Kann es sein, dass es daran liegt, dass ich aus dem hohen Norden komme???
    Vielen Dank für die Aufklärung und ich kann Dir nur zustimmen!

    Herzliche Grüße,
    Maike

    P.S. Vielen Dank auch für Deinen netten Kommentar gestern. Du warst aber mal wieder spät auf ;-)

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  9. Hallo du Liebe, ich habe am Samstag die erste Gans meines Lebens gegessen.
    Ich bin der Meinung, dass auch wir das Recht haben, an unseren Traditionen festzuhalten.

    LG Rosine

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  10. Unsere Feiertage umzubenennen ist absolut albern. Die sollen sich mal lieber um wirklich wichtige Dinge kümmern.
    Ich bleibe bei St. Martin.

    Liebe Grüße
    Andrea

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  11. wir haben unsere laternenumzüge immer an lauen augustabenden gemacht - nach einem zünftigen gartenfest. am 11.11. fing die faschingszeit an. aber wir sind auch schreckliche heiden ;-)
    ich denke diese ganzen diskussionen sollen nur vom wesentlichen ablenken - siehe auch "sommerzeit" oder "darf man pelzmützen aus hundefell machen".....
    p.s.: hatte dich bei traude und der blätterraschelaktion gefunden - lese hier jetzt ein wenig x&quer.
    xx

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Danke, dass du dir Zeit für einen Besuch bei mir genommen hast.