Mittwoch, 14. Dezember 2016

Yes, Virginia, there is a Santa Claus

Leitartikel aus der New York Sun vom 21. September 1897

Mit Freude beantworten wir sofort und damit auf herausragende Weise die folgende Mitteilung und geben gleichzeitig unserer großen Freude Ausdruck, dass ihre gewissenhafte Autorin zu den Freunden der Sun zählt:


Lieber Redakteur: Ich bin 8 Jahre alt.
Einige meiner kleinen Freunde sagen, dass es keinen Weihnachtsmann gibt.
Papa sagt: ‚Wenn du es in der Sun siehst, ist es so.‘
Bitte sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es einen Weihnachtsmann?
Virginia O’Hanlon.
115 West Ninety-fifth Street.

Virginia, deine kleinen Freunde haben unrecht. Sie sind beeinflusst von der Skepsis eines skeptischen Zeitalters. Sie glauben an nichts, das sie nicht sehen. Sie glauben, dass nichts sein kann, was ihr kleiner Verstand nicht fassen kann. Der Verstand, Virginia, sei er nun von Erwachsenen oder Kindern, ist immer klein. In diesem unserem großen Universum ist der Mensch vom Intellekt her ein bloßes Insekt, eine Ameise, verglichen mit der grenzenlosen Welt über ihm, gemessen an der Intelligenz, die zum Begreifen der Gesamtheit von Wahrheit und Wissen fähig ist.

Ja, Virginia, es gibt einen Weihnachtsmann. Er existiert so zweifellos wie Liebe und Großzügigkeit und Zuneigung bestehen, und du weißt, dass sie reichlich vorhanden sind und deinem Leben seine höchste Schönheit und Freude geben. O weh! Wie öde wäre die Welt, wenn es keinen Weihnachtsmann gäbe. Sie wäre so öde, als wenn es dort keine Virginias gäbe. Es gäbe dann keinen kindlichen Glauben, keine Poesie, keine Romantik, die diese Existenz erträglich machen. Wir hätten keine Freude außer durch die Sinne und den Anblick. Das ewige Licht, mit dem die Kindheit die Welt erfüllt, wäre ausgelöscht.

Nicht an den Weihnachtsmann glauben! Du könntest ebenso gut nicht an Elfen glauben! Du könntest deinen Papa veranlassen, Menschen anzustellen, die am Weihnachtsabend auf alle Kamine aufpassen, um den Weihnachtsmann zu fangen; aber selbst wenn sie den Weihnachtsmann nicht herunterkommen sähen, was würde das beweisen? Niemand sieht den Weihnachtsmann, aber das ist kein Zeichen dafür, dass es den Weihnachtsmann nicht gibt. Die wirklichsten Dinge in der Welt sind jene, die weder Kinder noch Erwachsene sehen können. Sahst du jemals Elfen auf dem Rasen tanzen? Selbstverständlich nicht, aber das ist kein Beweis dafür, dass sie nicht dort sind. Niemand kann die ungesehenen und unsichtbaren Wunder der Welt begreifen oder sie sich vorstellen.

Du kannst die Babyrassel auseinanderreißen und nachsehen, was darin die Geräusche erzeugt; aber die unsichtbare Welt ist von einem Schleier bedeckt, den nicht der stärkste Mann, noch nicht einmal die gemeinsame Stärke aller stärksten Männer aller Zeiten, auseinanderreißen könnte. Nur Glaube, Phantasie, Poesie, Liebe, Romantik können diesen Vorhang beiseiteschieben und die übernatürliche Schönheit und den Glanz dahinter betrachten und beschreiben. Ist das alles wahr? Ach, Virginia, in der ganzen Welt ist nichts sonst wahrer und beständiger.

Kein Weihnachtsmann! Gott sei Dank! lebt er, und er lebt auf ewig. Noch in tausend Jahren, Virginia, nein, noch in zehnmal zehntausend Jahren wird er fortfahren, das Herz der Kindheit zu erfreuen.

Quelle: HIER



Jedes Jahr aufs Neue begeistert mich dieser wunderschön geschriebene (Weihnachts-)Artikel der New York Sun, der als Antwortschreiben für die damalige achtjährige Virginia O’Hanlon gedruckt wurde.
Francis P. Church ist der Verfasser dieser schönen Zeilen, die bis heute nichts von ihrem Zauber verloren haben. Der Artikel erscheint in jedem Jahr vor Weihnachten in der New York Sun.
Es gibt viele "eingedeutschte" Übersetzungen, aber ich habe mich für die so ziemlich originalgetreue Übersetzung entschieden.

Ich hoffe, es hat euch genau so viel Freude bereitet den Artikel zu lesen wie mir, wenn ich ihn lese.

Genießt die verbleibende Adventszeit, eure V.



Text copyright by v-vabelhaft.blogspot.com
Artikel der New York Sun: Wikipedia

Kommentare:

  1. Liebeste V.

    oh man in letzter zeit komme ich so selten zum bloggen, das ich gar nicht mitbekommen habe, das du ein ganz neues Outfit hier hast. Schön sieht es aus.
    Die Geschichte und vor allem der Text ist wirklich supersüß.
    Ich wünsche dir einen besinnlichen Advent.

    Liebe Grüße aus Berlin
    Doreen

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Frau Vabelhaft!
    Wie süß ist das denn? Und ehrlich, wenn sich etwas mehr Menschen dieMagie im Herzen bewahrt hätten, wäre die Welt sicher eine bessere!
    Hab noch einen schönen Abend!
    Liebe Grüße
    Vanessa

    AntwortenLöschen
  3. Hallo Frau Fabelhaft,
    ich finde auch, das ist ein zauberhafter Artikel, im wahrsten Sinne des Wortes!
    LG Heidi

    AntwortenLöschen
  4. Das ist echt ein toller Text!!!
    Danke fürs Teilen!

    Ich wünsche dir einen schönen Tag
    und eine gute Restwoche!

    Biene

    AntwortenLöschen
  5. Oh ja, liebe Frau Vabelhaft, das ist ein wundervoller Text! Ich lese ihn immer wieder gerne und ich freue mich, dass du ihn mir heute wieder wach gerufen hast. Danke Dir.
    Ich wünsche Dir noch eine wundervolle Adventszeit
    herzliche Grüße
    Marle

    AntwortenLöschen
  6. Das ist wirklich so schön zu lesen. Ohne Weihnachtszauber wäre es schlimm, gell? Deshalb bin ich auch so froh, dass es den Weihnachtsmann und das Christkind wirklich gibt.
    glg Susanne

    AntwortenLöschen

Danke, dass du dir Zeit für einen Besuch bei mir genommen hast.